Wir sind flexibel und lieben Abenteuer


Waldkirch, 13. Mai 2024, 5:30 Uhr: Die Welt stand still, jedermann war müde, doch vor dem BSZ versammelten sich 48 vorfreudige junge Menschen mit Koffern und Reisetaschen.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten, zu so früher Stunde in das Schulgebäude zu gelangen, um noch Bälle, Frisbee und co. einzupacken, ohne die Alarmanlage auszulösen, wurde der Hausmeister aus dem Bett geklingelt. Doch wer dachte zu diesem Zeitpunkt, dass hiermit der Startschuss für eine verhexte Studienfahrt fiel? Vermutlich noch niemand.

Um Punkt 6:00 Uhr fuhr der Bus vor und ELSA (unser Reisegefährt und Begleiter der kommenden Woche) wurde mit Koffern, Bällen, Snacks und vielen gespannten Menschen beladen.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Herrn Josuttis und unseren Busfahrer Eric, den wir im Laufe der Reise noch ins Herz schließen würden, legte sich die Aufregung relativ schnell und es kehrte Ruhe in den Bus ein. Die Fahrt verlief unproblematisch und wurde nur durch kurze Pausen unterbrochen. Nach sieben Stunden erreichten wir Aldi Italia und erledigten gemeinsam den Wocheneinkauf.

An der Bungalow-Anlage angekommen, wurden die Bungalows bezogen und die Lebensmittel aufgeteilt. Danach hieß es: Freizeit! Es wurde gechillt, Volleyball und Fußball gespielt oder die Anlage erkundet. Gegen Abend hieß es, wer möchte, darf noch schnell in den Pool, obwohl dieser eigentlich schon geschlossen hatte. Unser erfahrener Busfahrer Eric hatte sich tatkräftig für uns eingesetzt, sodass man vor dem gemeinsamen Abendessen noch ein paar Runden schwimmen konnte. Wieder trocken und/oder vom Volleyball-Sand befreit, konnte gekocht werden. Nudeln mit Tomatensoße standen auf dem Plan. Doch nicht jeder hatte die Fahrt heil überstanden. Der Kränkelnde durfte den Tag bis spät in den Abend mit Frau Wagner wartend im Krankenhaus verbringen. Auch in der Bungalow-Anlage blieb man nicht von der Pechsträhne verschont. Hier zog man sich bei einer Runde Ultimate Frisbee eine Bänderverletzung zu. Doch zum Glück näherte sich der Tag dem Ende und es kehrte langsam Ruhe ein. Zu später Stunde wurden noch die ein oder anderen Spiele gespielt.

Der Dienstag startete mit einem nährenden Frühstück und einem weiteren Besuch im Krankenhaus, dieses Mal musste Herr Josuttis als Begleitung dran glauben. Der Rest der Stufe machte sich auf den Weg nach Sirmione, um dort eine Bootstour um die schöne Halbinsel zu genießen. Anschließend besichtigten wir etappenweise eine Burg, auf deren Turm viele Bilder von der Landschaft geschossen wurden. Danach konnte man eigenständig das schöne Städtchen besichtigen und auch schon das erste italienische Eis genießen. Bevor es weiter nach Verona ging, wurde aufgrund von Trinkwassermangel erneut Aldi Italia angesteuert und unsere fußkranke Person abgeholt, die wir kurz darauf in Teamwork durch Verona befördern würden. In Verona angekommen, wurde die Stadt mit einer Rallye unsicher gemacht. Den Tag ließen wir schließlich mit einem gemeinsamen Abendessen in großer Runde in einer Pizzeria ausklingen.

Mittwochmorgen musste Herr Zürn einen kranken Schüler in der Unterkunft betreuen, während der Rest bei strömendem Regen einen Markt in Lazise besuchte. In mehreren kleinen Grüppchen wurde fleißig geshoppt, Souvenirs gekauft oder die italienische Kochkunst genossen.
Schon ab der Mittagszeit waren wir wieder an der Anlage, da unsere geplante Wasseraktivität aufgrund einer Unwetterwarnung abgesagt wurde. Der Nachmittag stand jetzt also zur freien Verfügung.
Während die Mehrheit in der Anlage ein Mittagsschläfchen einlegte oder spielte, begab sich Frau Wagner mit einer kleinen Gruppe auf eine abenteuerliche Reise nach Peschiera. Dort schlug wieder unsere Pechsträhne zu.
Bald schon wurde festgestellt, dass Peschiera gar nicht so einfach zu Fuß zu erreichen war, weswegen man kurzerhand ein Taxi rief. Endlich in Peschiera angekommen, wurde ein bisschen die Stadt erkundet und etwas gegessen.
In der Anlage hingegen wurde eine sportliche Einheit Gymnastik und Yoga mit den Lehrern eingelegt. Diese waren mit Herz und Seele dabei und ihre Begeisterung war so ansteckend, dass sich selbst das Personal der Anlage uns anschloss.
Am Abend kochten die Bungalows wieder für sich selbst und man ließ den Abend mit Brettspielen ausklingen.

Am Donnerstag mussten wir früh aufstehen, denn um 07:30 Uhr fuhren wir mit dem Bus nach Venedig. Es regnete in Strömen, als wir eine gefühlte Ewigkeit auf unser Boot warten mussten. Auch an diesem Tag waren wir nicht vollständig, denn nun musste Frau Hübschle mit einem anderen kranken Schüler in der Unterkunft bleiben.
In Venedig erhielten wir von einer Einheimischen eine Führung. Sie erzählte nicht nur über die schönen Seiten von Venedig, sondern gewährte uns auch einen Einblick hinter die Kulissen der romantischen Stadt und wie sie unter dem massiven Tourismus leidet.
Nach der Führung hatten alle Gruppen nochmals etwas Zeit, um die Stadt für sich selbst zu erkunden.
Doch auch in Venedig verfolgte uns unser Unglück, denn die Tür von Bus Elsa musste plötzlich repariert werden, was uns zwei Stunden des Wartens bescherte. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass dies nur ein Vorbote war und dass Elsa dazu in der Lage sein würde, uns noch viel länger warten zu lassen.

Als Eric und Elsa uns endlich abholten, fuhren wir in unsere Unterkunft, wo wir um 22 Uhr müde und erschöpft unsere letzte italienische Pizza aßen. Danach machten wir unsere Bungalows abreisefertig, damit wir am folgenden Tag früh unsere Anlage verlassen konnten.

Der nächste Morgen startete noch gut. Jeder Bungalow wurde sauber verlassen und alle Schülerinnen und Schüler versammelten sich auf dem Parkplatz. Leider blieben so viele Lebensmittel und Wasser von unseren Einkäufen übrig, dass Herr Zürn Obst und Gemüse wie ein Marktschreier an uns Schüler verteilte.
Um 8:45 Uhr begann unsere noch ruhige Heimreise. Doch nach vier Stunden Fahrt und wenige Kilometer vor dem Gotthard-Tunnel erreichte unsere Pechsträhne ihren Höhepunkt. Unser Bus wurde aufgrund einer zu hohen Reifentemperatur von der Straße geholt.
Eric war genervt von den Komplikationen und schätzte unsere Wartezeit zunächst auf 45 Minuten ein. Kein Problem für uns – hatten wir doch bereits unzählige Hürden gemeistert und waren im Warten geübt!
Nach weiteren Auseinandersetzungen mit der Polizei und einer routinemäßigen Alkoholkontrolle, bei der sich Eric nichts zuschulden kommen ließ, wurde unserem Bus aufgrund von technischen Problemen vorerst die Weiterfahrt verwehrt. Für uns hieß das? Genau! Weiter warten! Warten, bis der Mechaniker von MAN kommt.
Das Problem dabei: Der Gotthard war aufgrund eines Unfalls mittlerweile beidseitig gesperrt und kein Fahrzeug kam durch, auch nicht unser Mechaniker.
Um die Wartezeit am Rastplatz zu überbrücken, spielten wir Karten, Volleyball oder Fußball. Uns wurde jedenfalls nicht langweilig und aufgrund der Sperrung hatten wir den Platz zeitweise fast für uns alleine.

Wer dachte, mit der Auflösung der Vollsperrung würde sich auch unser Problem lösen, lag falsch. Selbst nach der fünften telefonischen Erläuterung unseres Standorts, konnte der Mechaniker uns nicht finden. Langsam musste ein Plan B her, denn auch das Busunternehmen schaffte es, trotz größter Bemühungen, aufgrund der Ferienzeit nicht, uns einen Ersatzbus zu organisieren. Sogar der Reiseveranstalter wollte uns zwischenzeitlich eine Halle in der Nähe schmackhaft machen, wo man mit zwei Klassen gut übernachten könnte.

Mittlerweile nahmen unsere Lehrer die Sache selbst in die Hand. Herr Zürn telefonierte zwei Stunden lang ununterbrochen mit den verschiedensten Busunternehmen, um uns zur Heimreise zu verhelfen. Auch Alpetours kontaktierte inzwischen insgesamt 49 andere Busunternehmen, jedoch ohne Erfolg.

Die Stunden verstrichen und letztendlich half uns eine äußerst freundliche Frau aus der Schweiz aus der Not und finanzierte vorerst unsere Heimreise. Sie war die Besitzerin eines Shuttle-Unternehmens, das uns aber nicht bis nach Freiburg bringen konnte, weshalb sie uns anbot, einen befreundeten Busfahrer zu fragen, ob er uns helfen könne. Dieser hatte Mitleid und sagte spontan zu, bestand aber auf 3500 Franken Vorkasse. Unser Notfallplan drohte zu platzen. Frustrierte Gesichtsausdrücke unserer Lehrer untermauerten dies eindrücklich. Und hier kommt wieder die nette Frau ins Spiel: Eine Kombination aus Mitgefühl und Vertrauen (Sie kannte uns nur vom Telefon.) veranlassten sie dazu, uns besagten und nicht unbeträchtlichen Betrag in bar und persönlich an der Raststätte auszuhändigen. Zum Dank erhielt sie einen großen Applaus von circa 50 Jugendlichen und feste Umarmungen der erleichterten Lehrer.

Also kam unser langersehnter Ersatzbus endlich bei uns an und mit ihm auch – wie kann es anders sein? - unser Mechaniker mit sieben Stunden Verspätung.
Der Mechaniker teilte uns mit, dass Bus Elsa in die Werkstatt müsse. Nun war auch Erics letzter Nerv geraubt, er packte seinen Koffer, baute das Navi aus seinem Bus, überreichte seinen Schlüssel der fremden Frau und setzte sich mit uns in den neuen Bus, um nach Hause zu fahren.

Der neubeladene Bus konnte nun endlich unsere Heimreise fortsetzen, doch wir hatten uns zu früh gefreut. Der Orientierungssinn des neuen Busfahrers war nicht der beste, denn mitten in der Nacht landeten wir, anstatt vor dem Konzerthaus in Freiburg, im Zentrum von Basel, welches zu durchfahren sich aufgrund der engen Gassen durchaus schwierig gestaltete und mit einigen Flüchen (Weiß Gott nicht die einzigen an diesem Tag!) einherging. Diese Herausforderung gemeistert, fuhr der Fahrer an der schweizerisch-deutschen Grenze fälschlicherweise in die Spur der PKWs, was nicht nur zur Folge hatte, dass fünf Zollbeamte ihre Hände ungläubig über dem Kopf zusammenschlugen, sondern uns auch noch eine Ausweiskontrolle aller bescherte.

Trotz all dem Chaos schafften wir es, Freiburg vor Anbruch des nächsten Tages zu erreichen.
Dort endete unsere 15-stündige Heimreise und somit auch unsere unvergessliche Studienfahrt an den Gardasee.

Von A. Nopper und L. Bühler (beide SG12)

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