Vortrag über die Zeitzeugin Rahel Straus

„Ich will der Gerechtigkeit nachjagen“

Am 27. Januar 2023, dem 78. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz und dem Holocaust-Gedenktag, hielt der Referent Wolfgang Dästner im Auftrag der Ideenwerkstatt Wald­kirch am BSZ Waldkirch vor Schülern des Sozialwissenschaftlichen und des Wirtschaftsgymnasiums einen Vortrag über die Zeitzeugin Rahel Straus. Diese war eine deutsche Jüdin, der es Ende 1933 gelang, sich und einen Teil ihrer Familie durch die Flucht nach Palästina vor der Verfolgung der Nationalsozialisten zu retten.

Nach der Begrüßung durch Schulleiterin Barbara Berhorst und einer kurzen Einführung von Johannes Maier, der die Veranstaltung initiierte, informierte der Referent anschaulich in einer voll besetzten Aula über das beeindruckende Leben dieser Frau.

Geboren 1880 in Karlsruhe gehört sie 1899 zu den ersten Gymnasiastinnen, die in Deutschland ihr Abitur machen. Als erste Frau studiert sie in Heidelberg Medizin und eröffnet nach ihrer Promotion 1907 in München eine gynäkologische Praxis.

Auch nach der Hochzeit mit Elias Straus und der Geburt von fünf Kindern ist sie weiterhin als Ärztin tätig. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten und der zunehmenden Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung aus dem öffentlichen Leben verlässt sie im November 1933 Deutschland und flieht nach Palästina. Rahel Straus ist eine überzeugte Zionistin, die bereits 1907 eine erste Palästina-Reise unternimmt und sich schon während ihrer Münchner Jahre als Gastgeberin für Zionisten, Künstler und Literaten (u. a. Thomas Mann) für die Gründung eines Staates für Juden in Israel engagiert. Als sie jedoch 1933 in Haifa ankommt und von dort nach Jerusalem reist, muss sie feststellen, dass sie eine viel zu romantische Vorstellung von Israel hat, dass diese „Heimstatt“ so ganz anders ist, als sie erwartet hat. Viele Aufstände der Araber, Überfälle und Kriege erschüttern das Land. Zeit ihres Lebens ist sie voller Bedauern, dass kein Friede mit den Arabern erreicht wird.

Daneben setzt sie sich stets für die Belange von Frauen ein. Nicht ohne Grund also hat die Landesgemeinschaft Baden-Württemberg des Vereins „Gegen Vergessen – für Demokratie e.V.“ einen seit 2019 vergebenen Preis nach Straus benannt, bei dem Personen ausgezeichnet werden, die sich für eine Erinnerungskultur stark machen.

Wolfgang Dästner zeigte am Ende seines Vortrags mit einer Reihe von Fotos vom Westjordanland die heutige Situation dort mit Sperranlage, Siedlungs- und Straßenbau, die ein friedliches Miteinander von Juden und Palästinensern in weite Ferne rücken lassen.

Von Hilde Burger

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